CURATED TRASH

 

 

Schnappschüsse von der Tauschbörse im Treppenhaus des Wohnhauses im Zürcher Seefeld, wo ich seit 15 Jahren eine klitzekleine, aber wunderbare Klause gemietet habe.

 

 

Eingangs Treppenhaus in meinem kleinen Wohnblock stehen immer wieder Gegenstände rum, die Mitbewohnende verschenken wollen oder sie sind schlicht zu faul, sie zu entsorgen. Der Fluktuenz dieses Treppenhaus-Flohmarkts ist beträchtlich. Wenn gar nichts geht, nervt sich der Abwart so, dass er sie entsorgt. Alles andere aber verschwindet hinter der Tür eines Mitbewohnenden. Das heisst: Die Gegenstände bekommen ein weiteres Kapitel in ihrer Lebensgeschichte.

Ich fotografiere diese Gegenstände mit dem Smartphone  jeweils spontan, schräg und meistens hastig. Denn die Bilder entstehen, wenn ich nach Hause komme. Da bin ich hungrig :-).

 

Letztlich habe ich dann eine Ausstellung im Treppenhaus gemacht. Und ein Buch gestaltet, das bis zum Hausbesitzer (als Geschenk der Hausverwaltung) gekommen ist und viel Freude ausgelöst hat. Sogar einen Brief gebracht, in dem versprochen wird, das Haus werde so lange wie möglich nicht verkauft. Dazu muss man wissen, dass im Zürcher Seefeld die Gentrifizierung der ganzen Stadt ihren Anfang nahm. Ein Immobilienmakler namens Ledermann machte damit nicht nur Millionen, sondern auch "Mediengeschichte".

 

Smartphone-snapshots. Exchange platform on the stairway at my home. Some connotations in german, sorry, its because my puns in english would be a dillsaster. Neverthless, the discarted objects tell us their own funny stories, at least for all my neighburs.  After one year and approximately 300 pics i collected a few in a book and "curated" a little exposition in the stairway. The owner of the house liked it, my neighbours too, and so they still hang there. And i reached the number of maybe 600 pics. ...

 

 

Weltgewissen im Off: «Du stellst doch nicht etwa die Bombenstimmung im Nahen Osten in Frage?!»
Front: «Elende Giftspritze.»
(18/05/14)
Karte: «Schmeckst wohl so widerlich, dass ihr allein dein Anblick gestunken hat?»
Beutel: «Dumme Kuh, so wie ihr stinkt nicht mal Kräutertee zum Himmel ...»
Bild: «Mit dem Gesicht zur Wand auf eine Stufe mit diesem Schmöker gestellt zu werden tut verdammt weg.»
Ordner:«Das ist noch gar nichts gegen die grosse Leere!»
Amadiesli: «So eine Trennung allein macht einsam. Und dann noch unnütz rumliegen ...»