DER LAIBEIGENE

#kafisatzlesen 553/1565: 


D E R

L A I B 

E I G E N E 


«Du weisst noch?»

«Was?»

«Wie ich dich getauft habe?»

«Auf Rolf?!»

«Auf Käsepapst der Schweiz.»

«Da war ich aber noch einfacher Ordensbruder.»

«Falsche Bescheidenheit ist Käse.»

«Und gelesen hast du es aus dem Kafisatz?»

«Nö. Für Ernsthaftes nehm ich den Herzblut-Scanner.»

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Kein Käse, als schreibender Dreikäsehoch traf ich Rolf Beeler erstmals in einer Kleinstgruppe von 4-5 Detaillisten, welche die Schweiz mit schön gepflegtem, richtig gereiftem Käse beglücken wollen. Das war vor 30 Jahren ein noch härterer Kampf. Damals gegen nationale Kartelle und heute gegen sture Köpfe. 


Rolf, mit Laib und Seele ein ganz Eigener wurde Käse-Papst dank den Weihen des damaligen Gastro-Gottes Silvio Rizzi, dem Herausgeber des Gault Millaut, als dieser es noch wert war, gekauft zu werden. 

Zum andern war es aber vor allem Rolfs feuriges Herz, das für den Käse an sich, aber auch für kleine, innovative Käser schlug. Diese ermutigte, ja prügelte er mit nachhaltigen Argumenten dazu, National- mit Handwerkerstolz zu verbinden und die Schweiz wieder zu einer Käsenation zu machen, die dem Vergleich mit Frankreich oder Italien mehr als standhält.


Wer seinen Onlineshop kennt oder ihn auf dem Markt in Luzern besucht, wie ich heute morgen, weiss, dass ihm das super gelungen ist. Rasse mit Klasse! Und das sage ich nicht, weil er mich mit einem grosszügigen Schnäfel Käse aus dem Appenzell geschmiert hat.


😂😂😂


Schlussschuss vor den Bug der Käse-Barone, die gibts ja auch noch im Käsehimmel auf Erden. Der Schnäfel, den mir Rolf geschenkt hat, darf sich nicht Appenzeller nennen, weil es noch ein richtig guter "alter" Appenzeller aus naturbelassener Rohmilch ist. Und nicht etwa einer aus thermisierter Rohmilch, womit die Markgiganten neuerdings die leicht bittere Wahrheit auf Beipackzetteln schönzuschreiben versuchen. Okay, das war jetzt einer für wahre Insider*innen. Der Rest ist Schweigen.