NAHK(R)AMPF

#kafisatzlesen 463/1565


N A H K (R) A M P F 


«Sehen wir uns heute, wenn wir uns sehen?»

«Sag du.»

«Ob wir uns grüssen sollen?»

«Puh ... vier Variablen an so einem heissen Tag?»

«Säg nüt.»

________


Kennst du das? Es gibt Menschen, die einen auch nach Jahrzehnten und -zig Begegnungen noch irritieren. Warum? Das ist die Frage. Nein, eine von vielen, zumindest bei mir. 


Es beginnt schon von Weitem: Wird man sich grüssen oder so tun, als ob man ganz woanders sei? Wenn ja, ist man sich ein freundliches Kopfnicken wert? Wenn nein, warum nicht? Hört man beim andern das Gras der Verachtung wachsen oder hat man einfach das Heu nicht auf der gleichen Bühne? Nimmt man sich selbst zu wichtig und den andern nicht ernst?


Zollt man sich gegenseitig Respekt oder denkt der andere insgeheim "Arschloch"? Oder kann man sich ganz einfach nicht riechen? Vice versa?


Keine Ahnung. Oder doch? Doch! Ich wage eine These. Es ist das intuitive Wissen, dass man diese Fragen auch bei einem offenen Gespräch nicht wirklich entkrampfend klären kann. Weil man niemandem zu nahe treten will. Und kann. Vielleicht und vor allem nicht sich selbst.



Restaurant Totò, 8008 Zürich Seefeld



PS. Eigentlich habe ich mich ziemlich gestossen an der Frontseite der NZZ: Ein ganzseitiges Inserat des Hauptsponsors des Formel E-Rennens von diesem Wochenende in Zürich (Der Zeitungsleser Y. im Bild schaut sie glaubs grad an). Auch wenn ich das Heu nicht auf der gleichen Politbühne habe wie die sich nun verkrampft verzweifelt verjüngende  alte Tante ... irgendwie brechen wirklich Welten zusammen im Moment. Und es sei erst der Anfang ... seufzt es aus dem Kafisatz.

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