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SPIEGELNEUROSE

#kafisatzlesen 446/1565: 


«Stinke ich?»

«Warum?»

«Hältst dir ziemlich penetrant die Nase zu.»

«Nö.»

«Hier der Beweis (Fotos). Dreiviertel mit Hand an der Nase.»

«Ich meinte, du stinkst nicht.»

«Ah, sorry. Stinkt es D I R ?»

«Meister der Projektion oder was?!»

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Mike (Name geändert), der im Hauptberuf Altenpfleger und daneben DJ mit Ambitionen ist, hat in Tat und Wahrheit ganz andere Probleme. Nämlich die Nase voll vom fliegenden Pollen-Teppich, der das Land infisziert. Von mir auch?


Ich bin infisziert von etwas ganz anderem: einem Sachbuch über Spiegelneuronen. Darin wollte ich – nach 10 Stunden furztrockenem Programmieren heute – zur Entspannung etwas lesen, dann aber gecheckt, dass ichs zuhause hab liegenlassen, was mir natürlich gehörig gestunken hat, dann aber den fingierten Anlass geliefert, mit dieser Miniastur zwar bis hierher zu kommen, pointenmässig aber letztlich auf die Nase zu fallen. Zu lange programmiert. Sorry, ist mir jetzt fast bisschen peinlich, so schabernackich dazustehen.


Und sonst? Dialog reinste Dillkür, Foto bis auf Widerruf persönlichkeitsverletzend und ich  auf der Heimfahrt nach Zürich. Habe mir ein anderes Buch gekauft. Von John Kennedy Toole: Ignaz oder die Verschwörung der Idioten. Ich fühl mich – spiegelneurotisch gesehen – grad gar nicht mehr so allein 😉 Scheenä Obä 🙂 

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