MORD IM MOTTA

(401/1565)

«Mord im Motta?!»

«Wäre ein schöner Tatort.»

«Stimmt, es müsste aber auch ein schönes Kommissarenpaar sein.»

«Was das anbelangt, hätte der Gubser ja schon gepasst.»

«Ein Mordsschönling. Früher wenigstens.»

«Jesses, aber seine Weichei-Mundart!» 

«Peinlich, wenn er den harten Obermacker mimte.»

«Stimmt auch wieder, würde aber als Rufmord geahndet.»

«Bestimmt.»


Dialog kriminell aus der Luft gegriffen, jedoch mit forensisch nachvollziehbarem Bezug zur Wahrheit (Zeitung nach Spuren absuchen!). Die Indizien: Der Schweizer Tatort soll nochmals eine Chance erhalten und wird deshalb von Luzern nach Zürich verlegt. Ein Mordsgaudi, würde das Café Motta am Limmatquai zur Filmkulisse, könnte aus dem Kafisatz doch Wesentliches zur Aufklärung herausgelesen werden. Ja genau, ist einer meiner Lieblingstatorte. Bevor ich alles Pulver verschiesse, nun aber ernst.


Meine heutige Hauptdarstellerin, Vera Ana, ist Geschäftsführerin im Motta und der Idee nicht abgeneigt. Hier hat das Kopfkino ja eine lange Tradition. Insbesondere draussen im Sommer, wo der Limmatquai von sich gegenseitig überbietenden Selbstdarsteller*innen bevölkert wird, deren schauspielerisches Talent jenes von Gubser bei weitem in den Schatten stellt, was nun aber definitiv zu weit geht und uns zurück bringt zur Protagonistin. Vera Ana sucht mit ihrer Harley gern das Weite und hat als "Reisefüdli" also überhaupt nicht so viel Sitzleder, wie die Vogelperspektive suggeriert. 


Zum Abschluss noch bizzli bezahlte Werbung (Caffè Latte im Bild wurde mir offeriert). Im Abendprogramm setzt Vera Ana und ihr tolles Team neuerdings auf Live-Jazz: Für eher stille weil doch ganz schön gereifte Leseratten wie mich (danke😘) eine gehörige Umstellung, dafür winken neue Freuden fürs Auge: Das Durchschnittsalter des Publikums wird sinken und das Baden im optischen Jungbrunnen führt schliesslich zur .... Weisheit letzter Schluss: Was einen nicht umbringt, macht einen stark! Bitte kein Beispiel an mir statuieren (nochmals danke 😘).

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