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PFARRER AN LANGHANTEL

(295/1565)


«Wärum muesch au immer alles so kompliziert mache?»

«Wie meinsch?»

«Dini Gschichte immer in däm Gsichtsbuech?»

«Gschichtsbuech?»

«Nei, GEESICHTSBUCH!!!»

«Ahhhh, du meinsch Facebook?»

«Nüt feiss, du weisch scho was i mein.»

Scheiiiiibenkleister. Schtimmt.


Unwahr. Obiger Dialog mit Rita, unserem Host an Ostern. Sie hat weder ein Facebookkonto noch liest sie meine Kafisatzgeschichten. Muss sie auch nicht. Ist ja meine Mom. Kennt mich. Das Bild findet sie übrigens schrecklich, sie sei so alt geworden, wolle ich bestimmt nicht zeigen. Will ich aber. Ich finds süss 🙂 


Wahr aber ist, dass sie in der Regionalpresse des Baselbiets alle Artikel für mich sammelt, die Zürich betreffen. Zum Beispiel einen über den 33. Nachfolger Zwinglis am Grossmünster, Christoph Siegrist, der ein baldiges Ende der Selfie-Kultur prophezeit. 


Ich hoffe sehr, vorher meine 1565 Kafisatz-Selfies noch auf die Reihe zu kriegen. Dabei kommt mir entgegen, dass ich im selben Fitnesscenter wie Siegrist trainiere. Wenn er demnächst am Bankdrücken ist, werde ich mich mit Leib und Seele auf ihn respektive seine Langhantel werfen. Und ihn freundlich bitten, bei dem da oben ein gutes Wort für mich einzulegen respektive um Stundung des Selfie-Weltuntergangs zu bitten. Wetten, sein Entscheid fällt ihm nicht schwer? Bei meinen fast 100 Kilo ein Leichtes 😂😎🙏🏻

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