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ZUGUNGLÜCK

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Drama Im Nebenabteil. Die Tochter brüllt, der Paps schreit sie an, die Mom ins Händy, die Oma zurück (Buschtelefon), der Sohnemann stinkt aus Maul und Doggybag nach Afroküche und die bleichweisse Kondüktöse wird stinkig. Ich auch. Denn die schreit mich doch tatsächlich an (Earphones mit akustischen Umweltschutz, sorry):


«Würden sie gefälligst ihre Musik leiser stellen!»


Zum Glück gesellt sich in meinem Anteil eine undrhört gesittete Lady zu, die kompensiert das mit so viel Parfum, dass du damit ein gegülltes Fussballstadion ins Koma düfteln könntest.


Ihr Name ist Amelia, türkischer Papstammung, die Mutter aus Warmenien, die Strümpfe von Lui Pfuitton und der Snack von Cafi Specktaggolo und ihr Boyfriend ein Gigolo. Ich von gestern, weil immer noch so ein Zugfahrbild, dass man da in Ruhe lesen kann. So doofe Headlines wie im Blick am Abend vom Vorabend zum Beispiel. Der liegt mit einem Restalkoholgehalt von zwo Promille rum und sieht drum etwas zerknittert aus. «Wie stelle ich meine Gefühle ab?», fragt da eine Unglückliche in der Rubrik Fux über Sex. Easy! Der Zug ist für mich heute sowieso abgefahren.

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